Löschung von SCHUFA-Einträgen

/, Presse, Rechtsanwalt Philipp Timm/Löschung von SCHUFA-Einträgen

(erschienen als DLZ – Artikel am 12.01.2012)

Um die Löschung eines Schufa Eintrags zu erreichen muss man sich zunächst verdeutlichen, worum es sich bei der Schufa eigentlich handelt. Aufgrund der Tatsache, dass viele Unternehmen oder auch Inkasso Büros bei Eintreibung von -berechtigten oder unberechtigten- Forderungen häufig mit Schufaeinträgen drohen, hat die Schufa im Laufe der Zeit ein sehr negatives Image bekommen. Dieses ist aber nicht berechtigt.

Die Schufa ist eine Gemeinschaftseinrichtung der kreditgebenden Wirtschaft in Form einer Holding AG. Diese geht mit verschiedensten Partnern Verträge ein, die wiederum ihrerseits an der Bonität ihrer Kunden interessiert sind. Die Unternehmen, die Verträge mit der Schufa haben, übermitteln nun Daten an diese, meist über nicht vertragsgemäßes Verhalten. Hierbei kann es sich z.B. um eine nicht bediente Rate in einem Kreditvertrag handeln, oder aber auch um eine nicht bezahlte Telefon- und Internetrechnung. Sobald die Daten übermittelt sind, speichert die Schufa diese zum jeweiligen Profil und löscht sie in der Regel drei Jahre, nachdem die Forderung beglichen wurde. Vorher wird lediglich die Bezahlung vermerkt. Allerdings kommt es nicht sofort zu einem Eintrag, hierfür sind noch einige Voraussetzungen erforderlich, die es für das Unternehmen einzuhalten gilt, bevor es die Daten an die Schufa meldet. Zunächst muss der Schuldner zwei mal schriftlich gemahnt werden und zwischen der ersten Mahnung und der Übermittlung der Daten an die Schufa müssen mindestens vier Wochen liegen. Die Mahnungen müssen einen ausdrücklichen Hinweis auf die Möglichkeit der Eintragung bei der Schufa enthalten, damit man die Möglichkeit hat, einer unberechtigten Eintragung zuvor zu kommen. Widerspricht der Verbraucher der Mahnung bei einer unberechtigten Forderung nicht, ist nämlich genau dies der Fall.

Nur Vertragspartner der Schufa übermitteln Daten an diese. Ob dies der Fall ist, kann man als Verbraucher an den AGB des Unternehmens erkennen. Ist das betreffende Unternehmen Vertragspartner der Schufa, so muss es in seinen AGB hierauf hinweisen. In der so genannten Schufa Klausel muss erläutert werden, welche Daten übermittelt und welche selber durch das Unternehmen abgefragt werden.
Der Verbraucher muss der Speicherung seiner Daten vorher ausdrücklich zustimmen. Dies geschieht in aller Regel durch eine Unterschrift unter das „Kleingedruckte“. Hierin ist meist die Schufa Klausel enthalten, mit der man der Weitergabe seiner Daten zustimmt. Ein weiterer Grund, der es der Schufa erlaubt, die Daten zu speichern ergibt sich direkt aus dem Bundesdatenschutzgesetz. Demnach dürfen Daten dann gespeichert werden, wenn das schützwürdige Interesse der Person, deren Daten gespeichert werden, nicht das berechtigte Interesse an der Speicherung überwiegt. Hier ist im Einzelfall zu prüfen, ob die Voraussetzungen vorliegen.

Man kann die vorzeitige Löschung einer Eintragung dann erreichen, wenn diese Eintragung von vornherein nicht hätte erfolgen dürfen, bspw. wenn die Forderung nie bestanden hat, in falscher Höhe geltend gemacht wurde oder wenn vorgenannte formale Voraussetzungen nicht eingehalten wurden. Dies ist einer eingehenden Prüfung zu unterziehen. Insbesondere wenn bereits ein Mahnbescheid oder ein Vollstreckungsbescheid zugestellt wurde, sollte schnellstmöglich die Hilfe eines Anwaltes oder einer vergleichbaren Stelle in Anspruch genommen werden, um die Forderung auf ihre Richtigkeit dem Grunde und ggf. der Höhe nach zu prüfen, da hier Fristen unwiederbringlich abzulaufen drohen. Bei vorhandenen Schufaeinträgen lohnt sich eine Überprüfung immer dann, wenn Zweifel an der Richtigkeit bestehen.

Von |2017-06-20T15:35:08+00:002. Januar 2012|

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