Ob es der bequeme Upload von Bildern oder das Einfügen fremder Bilder/Videos ist:

Schnell wird in die Rechtsfalle getreten und die unbedachte Statusmeldung mit lebendigen Bildern/Videos oder die Veröffentlichung privater Fotos in Fotoalben zum teuren Vergnügen für Nutzer sozialer Netzwerke wie z.B. Facebook, Google, Twitter & Co.

Leider ist vielen überhaupt nicht bekannt/bewusst, was sie zu beachten haben, um nicht die Grenze zwischen Vergnügen und rechtlichen Konsequenzen zu überschreiten. Hier ein kurzer Leitfaden:

Grundsätzlich ist das Hochladen von Filmen bzw. Videos erstmal kein Problem: Rechtlich relevant kann der Vorgang jedoch werden, wenn auf den Bildern noch weitere Personen zu sehen sind und die Abgebildeten nicht wissen, dass das Foto im Internet veröffentlicht wird oder gar überhaupt nicht wissen, dass sie fotografiert wurden.

Hier greift das so genannte “Recht am eigenen Bild” als besondere Ausprägung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts. Es besagt, dass jeder Mensch grundsätzlich selbst darüber bestimmen darf, ob überhaupt und in welchem Zusammenhang Bilder von ihm veröffentlicht werden.

Dies gilt natürlich auch und insbesondere für die Verbreitung von Bildern im Internet! Während früher der Schaden eher begrenzt war, weil Bilder nur direkt zwischen Personen herumgezeigt werden konnten und Kopien der Bilder nur mit einem gewissen Aufwand erstellt wurden, können im Internet veröffentlichte Bilder potentiell von allen Internetnutzern weltweit angesehen werden und beliebig vervielfältigt werden. Besonders schlimm wird der Schaden, wenn es sich bei den Bildern um für die Abgebildeten peinliche Aufnahmen oder garNacktfotos handelt. Man bedenke in diesem Zusammenhang auch die simple Möglichkeit, Bilder so am PC zu bearbeiten, dass z.B. ein Gesicht in eine Nacktaufnahme hereinmontiert wird.

Aber auch gewerblich schädigende Bildaufnahmen lassen den Urheber- oder Markenrechtsinhaber schnell aufmerksam werden, um den Schaden zu begrenzen und Ersatzansprüche gegenüber dem Schädiger geltend zu machen.

Daher ist folgendes wichtig zu wissen:

  • Bilder von Dritten dürfen nicht ohne Ihr Einverständnis von Anderen im Internet veröffentlicht werden!
  • Das gilt auch für Bilder auf denen Sie ein „Bestandteil“ sind: grundsätzlich reicht es aus, dass Sie für einen mehr oder weniger großen Bekanntenkreis erkennbar sind!
  • Falls gar Bilder von Ihnen mit peinlichem Inhalt oder Aktfotos veröffentlicht werden, sollte dringend und sehr schnell gehandelt werden! Die Gefahr, dass die Fotos vervielfältigt werden und überhaupt nicht mehr aus dem Internet zu entfernen sind, ist gegeben.
  • Wichtig für Betroffene: „Melden“ Sie das Bild sofort beim Betreiber. Auch große Netzwerke mit Sitz im Ausland z.B. Facebook, Google, Twitter etc. sind selbstverständlich grundsätzlich darin interessiert, rechtsverletzende Inhalte aus ihrem Angebot zu entfernen und werden – bei eindeutigem Inhalt – recht schnell tätig.
  • Durch die Einschaltung eines qualifizierten Rechtsanwalts kann häufig noch mehr erreicht werden: die Aufforderung an den Betreiber durch einen Rechtsanwalt verleiht der Forderung nochmals zusätzlich Druck. Darüber hinaus kann auch der Täter selbst zur Verantwortung gezogen und mit hohen Schadensersatzansprüchen bis in die tausende Euros belangt werden! So besteht das wirksame Rechtsmittel, diesen etwa durch eine Abmahnung oder eine einstweilige Verfügung sehr schnell zum Unterlassen zu zwingen und für den eigenen Schaden aufzukommen (auch den eigenen Anwaltskosten!!)
  • Beleidigende Bilder – etwa Bildmontagen – oder die Veröffentlichung von Nacktfotos führen darüber hinaus zu Schadensersatzansprüchen. Auch die Möglichkeit von Strafanzeigen besteht, um den Täter strafrechtlich zur Verantwortung zu ziehen.
  • Gerade im Fall von Cybermobbing (u.a. “Shitstorms”) sollte schnell gehandelt werden um das Ausmass einzudämmen und den Mobbern möglichst schnell mit rechtlichen Mitteln zu bewegen. Dies nimmt auch Mitläufern häufig den Elan.

Unabhängig davon, ob im privaten, arbeitsrechtlichen oder gewerblichen Bereich: es lohnt sich in allen Belangen, nicht tatenlos zuzuschauen!

==> Hauptargument: das Internet vergisst nichts, so dass Tatenlosigkeit zur Ewigkeitsverletzung führt!